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Tantra das Bindeglied für den modernen Menschen
Von Swami Satyananda Saraswati
(Vortrag im Sivananda Yoga Vedanta Center in Antwerpen/Belgien, 29. August 1980)
YogaHeft Nr. 8
Die moderne Welt ist eine Kultur von großer Mannigfaltigkeit und Verschiedenheit. Überall sehen wir Veränderungen, neue Entwicklungen. Auf allen Gebieten verbreitet der Mensch seine Vorstellungen und Ansichten, nimmt neue und rationellere Lebenswege an und erlangt seine vielseitigen Ziele. Der moderne ‚Geist’ unterscheidet sich vollkommen von dem anderer Kulturen und Zeiten. Er ist sehr praktisch und aggressiv. Er arbeitet in einer ungeheuren Geschwindigkeit und entdeckt ständig etwas Neues. Der moderne Geist hegt große Bewunderung für die Ideale und Grundsätze des Christentums, Vedanta und den Buddhismus, aber er ist unfähig, diese zu verwerten oder zu praktizieren, weil sie nicht in sein Lebensmuster passen. Wenn man das erkennt, ist die logische Folge, dass die heutigen Menschen einen anderen Weg des spirituellen Lebens suchen müssen, einen der sich ihren veränderten Lebensmustern anpasst und den sie vom Bewusstsein her akzeptieren können.
Ich habe über dieses Problem über 30 Jahre lang nachgedacht und kam zu dem Ergebnis, dass die moderne Gesellschaft einen spirituellen Weg braucht, der im Einklang mit seiner Natur steht. Ein Tiger kann kein Gras fressen, denn er ist Fleischfresser. Lieber würde er verhungern, als zu grasen. Das moderne Bewusstsein ist ein tantrisches Bewusstsein, ungeeignet für Puritanismus. Es mag Blumen, aggressive Musik, hübsche Mädchen und Jungen, Tanzen, Fleisch, Fisch, Wein und Zigaretten. Dies sind nur ein paar Spezialitäten der modernen Kultur. Viele meiner Schüler sind auf dieses Leben konditioniert, deshalb weiß ich, was mit ihnen geschieht, wenn sie all diese Dinge nicht bekommen können: Sie entwickeln alle möglichen Arten physischer, emotionaler und mentaler Probleme.
Deshalb bin ich heute davon überzeugt, dass Vedanta oder Puritanismus nicht der Weg für den modernen Menschen ist. Spirituelle Lehren sollten keine Dissonanz im Lebensmuster hervorrufen. Mir scheint deshalb Tantra das richtige System für die heutige Menschheit. Andere Yoga-Formen mögen von Zeit zu Zeit sinnvoll sein, aber um die spirituelle Erleuchtung zu erlangen, muss jeder seinem eigenen Weg folgen.
Wenn Gedanken und Gefühle unterdrückt werden, unterdrückt man damit auch den spirituellen Fortschritt. Diese Unterdrückung zieht Schuldgefühle nach sich und diese tragen wir alle in uns. Sie sind jedoch das größte Hindernis im spirituellen Leben. Tantra ist der Mittelweg; sein Prinzip ist: ‚Wirke nicht gewaltsam auf die Muster deines Lebens ein.’
Die Spaltung korrigieren
Viele Menschen beginnen mit Yoga und versuchen, über Nacht Heilige zu werden. Sie sprechen über wunderschöne Sittenlehren, Ideale und Asketentum und verurteilen alles andere. Das ist gleichbedeutend mit einer Kritik am Leben selbst! Wie kannst du sagen, dass nur Puritanismus oder Idealismus Leben ist, und sonst nichts? Du musst das Leben als Ganzes akzeptieren und nicht nur Teile davon, sonst machst du Yoga zu einer Religion. Das Ziel ist die spirituelle Erleuchtung, aber – bist du schon erleuchtet?
Der Geist ist durch seine Konditionierung sehr begrenzt, und diese Konditionierung hast du dir selbst geschaffen. Du hast dir feste Bilder gemacht, aber diese sind nicht absolut. Es sind nicht von Menschen gemachte Definitionen, Sozialpolitiker haben sie für ihre Gemeinden, ihre Nation geschaffen. Mit dem spirituellen Fortschreiten des Menschen haben diese Dinge nichts zu tun. Ist das Licht durch einen Schleier verdeckt, musst du den Schleier entfernen, und das kannst du tun, wenn du einmal über das tantrische System von Yoga nachdenkst.
Jetzt seid ihr Sklaven eurer Philosophie und eurer Prinzipien. Dieser Fehler wird in der ganzen Welt gemacht. Lehrer benehmen sich wie Priester oder Geistliche, die sehr abgehoben predigen. Sie bringen dich dazu, dass du dein Bewusstsein teilst, dass du deine Persönlichkeit spaltest. In einer Ecke des Zimmers machst du Yoga und in einer anderen Ecke liest du Freud. Das ist eine Spaltung, es ruft einen Konflikt hervor. Wie kannst du davon spirituelle Erleuchtung erwarten? An was glaubst du: an den Puritanismus von Yoga oder an die Psychologie von Freud? Du musst dir diese Frage stellen, und ich bin sicher, dass du die linke Seite vorziehst, weil das deine Kultur ist und eher mit deinem Bewusstseinsmuster übereinstimmt. Traditionelle Hindus sind von Natur aus religiös, und das ist so, weil das ihre Kultur ist. In der westlichen Welt hast du jedoch eine vollkommen andere Kultur, und das spirituelle Leben muss mit deiner eigenen Kultur übereinstimmen. Dein tägliches Leben und deine spirituellen Übungen müssen eine Einheit bilden, ob es nun Yoga ist, oder Vedanta, die Bibel oder der Koran, die Gita oder die Mahabharata. Um es deutlicher zu sagen: wenn du Whisky trinkst, sollte deine Religion nicht sagen, dass das schlecht ist. Wenn du ein sexuell ausgerichtetes Leben führst, sollte das nicht im Widerspruch zu deiner Religion stehen. Nur wenn das spirituelle Leben mit dem täglichen Leben vollkommen im Einklang ist, kannst du deine Konflikte ausgleichen. Das ist der Weg von Tantra.
Das Prinzip von Tantra ist sehr einfach. Ob du nun Christ bist, Yogi oder Vedantin – in keinem Fall solltest du dein Leben kritisieren. In Tantra wird alles zu einem Sprungbrett zur Evolution. Das Muster des Geistes entfaltet sich ständig, es ist von Natur aus nicht blockiert oder begrenzt. Es ist wie ein Kind. Wenn du es ständig belästigst mit ‚Oh, wie bist du schlecht!’, wird es bald neurotisch und schwach. Deshalb legen wir in Tantra größten Wert darauf, den Geist mit Respekt zu betrachten. Sag nie, der Geist sei schlecht, teuflisch, voll von Wünschen, die Ursache für deinen Untergang.
Du versuchst, deinen Geist zu kontrollieren, aber das wird dir nie gelingen. Durch die Kontrolle tötest du ihn. Es ist so, als wenn du deinem Kind dauernd für alles und nichts einen Klaps gibst. Wenn es lacht, gibst du eine Ohrfeige; wenn es weint, gibst du eine Ohrfeige; wenn es spielt, gibst du Ohrfeigen. Kannst du dir vorstellen, was aus deinem Kind wird? Genau das geschieht mit deinem Geist. Er ist dein bester Gehilfe und Sekretär, aber er ist der Schläge müde und auch der Kontrolle. Hast du dir schon mal überlegt, wen du da dauernd kontrollierst? Bist es nicht du selbst, den du da fortwährend bestrafst? Ein Teil deiner Persönlichkeit macht sich zum Herrscher über einen anderen Teil in dir. So erzeugst du eine Spaltung, du bist zu dir selbst feindlich, lehnst dich ab, bekämpfst dich. Das kann nicht der spirituelle Weg sein, das ist der Grund, weshalb du nicht weiter kommst, blockiert bist. Die ganze Menschheit ist an diesem Punkt gestrandet, kann sich nicht entscheiden zwischen dem äußeren und dem inneren Leben, die Menschen haben die Richtung verloren.
Ausdehnung der Bewusstheit
Das spirituelle Leben der Menschheitsgeschichte begann mit Tantra. Die kosmische Natur lehrte die Menschen, auf eine besondere Art zu leben und sich dadurch zu entfalten. Wörtlich bedeutet Tantra Erweiterung der Bewusstheit und Freilegung von Energie, und alle tantrischen Übungen haben das allein zum Ziel.
Diese Ausdehnung der Bewusstheit ist sehr wichtig. Der menschliche Geist arbeitet sehr begrenzt und ist von den Sinnen abhängig. Sie liefern Informationen und der Geist nimmt sie auf. Ein geistig Suchender muss wissen, wie er die Wahrnehmung ausdehnen kann, und das geschieht dann, wenn man fähig wird, zu wissen, ohne die Sinne einzusetzen. Während der Meditation dehnt sich die Bewusstheit aus, und man erlebt viele Dinge ohne das Medium der Sinne.
In der Tantra-Meditation ist ganz entscheidend, dass man nicht unbewusst wird. Die inneren und die äußeren Dimensionen des Bewusstseins vereinigen sich. Zuerst versuchst du, innerlich bewusst zu bleiben; wenn du diese Kunst vollkommen beherrscht, kannst du versuchen, Inneres und Äußeres miteinander zu verbinden. Um das deutlich zu machen: Wenn du in einem Raum bist, kannst du den Raum sehen, aber du kannst nicht nach außen sehen; stehst du aber auf der Schwelle oder am Fenster, dann kannst du sowohl nach innen als nach außen sehen, dann gibt es kein ‚außen’ und kein ‚innen’, beides ist dasselbe.
Du brauchst die Sinne, um etwas zu erfahren, aber du kannst ebenso Erlebnisse ohne die Sinne haben. Das sind zwei verschiedene Wahrnehmungsformen, einmal mit den Sinnen und einmal ohne. Erfahrungen, die wir mit Hilfe der Sinne machen, sind weltliche Erfahrungen. Wenn du aber auch ohne Sinne etwas wahrnehmen kannst, ist das eine innere, eine transzendente Erfahrung. Jeder kann beide Erfahrungen gleichzeitig machen, nicht nur die eine oder die andere. Das ist das Entscheidende in Tantra. Die rechte Hand ist die innere Erfahrung und die linke Hand ist die äußere Erfahrung. Wenn du nur eine Hand hast, bist du sehr eingeschränkt, du brauchst beide. Deshalb sollte auch deine Wahrnehmung in beide Richtungen geöffnet sein, das ist dann die homogene, vollkommene Erfahrung.
Die meisten Menschen denken, dass man in Dhyana oder Samadhi nichts mehr von der äußeren Welt wahrnimmt, aber das ist falsch. Dieser Irrtum muss unbedingt korrigiert werden. In der Meditation und in Samadhi hast du gleichzeitig die innere und die äußere Erfahrung, denn du bist der Seher, der Zuschauer. Und diese Erfahrung ist gleichbedeutend mit der Ausdehnung der Bewusstheit. In diesem Zustand wird automatisch Energie freigesetzt.
Der Mittelpfad
In Tantra sprechen wir von zwei ewig existierenden Realitäten, von Shiva und von Shakti. Shiva ist das Bewusstsein und Shakti ist die Energie. Wenn diese beiden Kräfte sich vereinigen, kann Kundalini erwachen. Genau im gleichen Sinne muss der Mensch das materielle Leben mit dem spirituellen Leben verbinden, dann ist eine Evolution möglich. Aber weil die Menschen diese Synthese nicht versuchen, kann die Evolution auch nicht voranschreiten. Stattdessen schaffen sie sich zwei verschiedene Bereiche, den materiellen und den spirituellen. Wenn du dich nur mit dem materiellen Leben verbindest, wirst du psychotisch, neurotisch und frustriert. Und wenn du das materielle Leben ignorierst und ausschließlich am spirituellen Leben interessiert bist, dann entsteht auf diesem Weg eine Blockierung. Deshalb sollte dein spirituelles Leben im Einklang mit deiner Natur und mit deinem äußeren Leben sein.
Die Tantra-Lehre ist sehr umfassend, sie umfasst das ganze Leben, und das ist die kommende Richtung für das spirituelle Leben in der modernen Gesellschaft. Wenn er nicht danach lebt, entfernt sich der Mensch immer weiter von seiner Natur und schafft eine Gesellschaft mit Extremen. Wenn Puritanismus verlangt wird, entsteht zwangsläufig das andere Extrem – ausschweifendes Leben. Es muss einen Mittelweg geben, durch den die Bedingungen der Gesellschaft und in der Familie verbessert werden.
Tantra kann innerhalb des Familienlebens gelebt werden. Die sexuelle Verbindung zwischen Shiva und Shakti ist notwendig, um spirituell zu wachsen. Bis jetzt hast du zwar Geschlechtsverkehr gehabt, hast dich aber immer schuldig gefühlt, weil dieser Akt irgendwie in einem anrüchigen Ruf steht. Es ist jedoch ein sehr natürlicher Teil des Lebens, für jeden – so war es auch für deine Mutter und deinen Vater, deinen Großvater und deine Großmutter. Trotzdem ist es mit einem Tabu behaftet.
Laut Tantra ist der sexuelle Trieb einer der mächtigsten im Menschen, und niemand ist imstande, ihm zu entsagen. Dieser Trieb ist im Körper, im Bewusstsein und im Unterbewußtsein, er drückt sich durch das Verhalten aus, und wenn nicht dort, dann in den Träumen; wenn nicht in den Träumen, dann in einem anormalen psychotischen Verhalten. Dieser Trieb ist immer da, du kannst ihn nicht loswerden, ob du nun Sannyasin, Heiliger, Bischof, Geistlicher, Junge, Mädchen, Frau oder Mann bist.
Wie versuchst du nun, mit diesem zu dir gehörenden Element fertig zu werden? Es wird einige Zeit brauchen, bis du gelernt hast, deine Bedürfnisse zu respektieren. Sie beherrschen dich, aber du missachtest sie und weißt nicht, wie du sie neben deinem spirituellen Leben ausleben kannst. Jahrhundertelang wurde uns gepredigt, dass Sexualität Sünde ist, schmutzig, etwas, das du aufgeben solltest. Aber Tantra sagt, es ist gut und für das spirituelle Leben äußerst wichtig. Für die meisten Menschen ist Sexualität für die Fortpflanzung der Gattung und zum Vergnügen, während das Ziel des sexuellen Lebens in Tantra die Erleuchtung ist.
Tantra in der Praxis
Durch Tantra kannst du den sexuellen Ablauf sublimieren, so dass du das, was du bereits schon tust, nun für eine höhere spirituelle Entfaltung einsetzen kannst. In Hatha Yoga gibt es bestimmte Übungen, die für diesen Zweck von einem qualifizierten Lehrer, der die Wissenschaft kennt und dir alles darüber sagen kann, erlernt werden kann. Zu diesen Übungen gehören Vajroli, Sahajoli, Amaroli, Uddiyana, Kumbhaka und Konzentration auf Bhrumadhya (Augenbrauenzentrum).
Auf diesem Weg brauchst du dein Familienleben nicht aufzugeben; dein Eheleben wird ein spirituelles Leben; du brauchst ihm nicht zu entsagen und es als unyogisch oder unspirituell betrachten. So wird jeder Tag mit deinem Partner ein yogischer Tag, und das bedeutet Tantra.
Mantra
In Tantra ist das Mantra ebenso wichtig, wie die sexuelle Hingabe. Der Klang hat drei verschiedene Stufen, von denen wir nur den mittleren hören können. Ein Klang, der über oder unter einem bestimmten Bereich schwingt, ist nicht mehr wahrnehmbar, auf einer gewissen Klangstufe jedoch ist er wahrnehmbar. Mantra ist der unhörbare Klang.
Geh zu einem ruhigen See und wirf einen kleinen Stein ins Wasser. Was wird geschehen? Kreisförmige Bewegungen dehnen sich aus. Wenn du einen größeren Stein wirfst, werden sich die Kreise weiter ausdehnen. Ein noch größerer Stein wird die Wellen sehr weit ziehen lassen. Genau das ist die Wirkung des Mantras auf ein homogenes Bewusstsein.
Der Geist ist wie ein Meer. Gedanken und Erinnerungen sind nicht der Geist; sie sind nur Ausdruck des Geistes. Wellen und Blasen sind nicht das Meer; die Gesamtheit des Wassers ist das Meer. Ebenso ist die Gesamtheit des Bewusstseins der Geist. Wir wissen über den Geist sehr wenig. Du weißt, dass er da ist, weil du denkst und fühlst. Wird es dir aber möglich, das gesamte Bewusstsein zu erfassen, dann ist das eine große Erfahrung.
Durch ein Mantra wird das ganze homogene Bewusstsein berührt; es sind die Klangwellen eines Mantras, die nach innen gehen. Sie dringen durch das Wachbewusstsein hindurch zum Unterbewußtsein, und von dort zum Unbewussten. Ein Mantra durchdringt das ganze Bewusstsein, und das ist ein entscheidender Schritt in Tantra. Oft glauben die Menschen, ein Mantra sei der Name einer bestimmten Gottheit, und deshalb hat man es mit Vielgötterei in Verbindung gebracht. Aber ein Mantra hat nichts mit irgendeiner Religion oder Sekte zu tun. Es ist ein Klang, eine Form von mentaler Energie, und sie hat die Kraft, das gesamte Bewusstsein zu beeinflussen und neu zu gestalten.
Yantra
Yantras sind wunderbare Figuren und sind Symbole der psychischen Struktur deines Körpers. Sie entspringen von einem Punkt, dieser Punkt heißt in Tantra Bindu. Es heißt, dass sich die ganze Schöpfung von Bindu aus entwickelt hat, von dem Ursprungspunkt. Daraus entwickelt sich ein Dreieck; das ist die erste Manifestation. Dann entsteht ein Quadrat, das ist eine weitere Manifestation. Dann kommt der Kreis. Der Kreis zieht weiter und weiter, als Symbol deines äußeren Bewusstseins, von all dem, was du mit den Sinnen aufnimmst. Ein Yantra ist das Symbol der Schöpfung, und wenn du dich zu dem Punkt zurückziehst, dann gehst du zurück zum Ursprung der Schöpfung. Der Punkt ist ein Mandala, und in Tantra haben wir als wichtigen Konzentrationspunkt das Augenbrauenzentrum. Wenn du dich auf diesen Punkt konzentrierst, dehnt er sich aus und zeigt sich in vielerlei Formen. Das bedeutet Ausdehnung der Wahrnehmung.
Sprungbrett in das spirituelle Leben
Um auf deinem Weg weiter fortzuschreiten, solltest du nicht noch mehr Konflikte in deinem äußeren Leben schaffen, sondern sie sollten sich langsam auflösen und Zweifel sollten verschwinden. Deshalb musst du langsam vorgehen. Wenn du dich einmal intensiv mit Tantra beschäftigt hast, wirst du erkennen, dass es dein Weg ist, denn er ist äußerst praktikabel. Intellektuell brauchst du dich nicht groß anzustrengen, es ist jedoch wichtig, dich richtig vorzubereiten und die richtigen Übungen zu machen.
Ob man jung ist oder alt, dieser Weg ist für alle. Er ist nicht nur für Menschen, die Meisterschaft über sich selbst erlangt haben, sondern auch für solche, die sehr ruhelos sind, Leidenschaften, Ambitionen, Wünsche, Ärger, Eifersucht, Angst, Frustration und Enttäuschungen kennen. All diese Eigenschaften werden Hilfen auf dem Weg zur Erleuchtung. Versuch nicht, sie zu beseitigen, beobachte sie und schreite fort.
Der Weg ist einfach, trotzdem verstehen ihn so wenige. So viele Menschen leben ein spirituelles Leben, aber sie kommen einfach nicht weiter. Sie hindern sich selbst, weil sie nicht den richtigen Weg kennen. Wenn du in einem Asana sitzt, solltest du mühelos nach innen umschalten können. Der Geist sollte dein Freund werden, alle Teile in dir sollten sich vereinigen, verstehen und respektieren.
Literaturempfehlung
Weiterführende Literatur zum Thema finden Sie unter: www.yoga-anandaverlag.de

