Diese Seite drucken | zurück zur Übersicht

Zum 80. Geburtstag von Paramahamsa Satyananda

NEWSLETTER NR. 4

Paramahamsa Satyananda ist am 26. Juli 1923 in einer kleinen Stadt nahe Almora am Fuße des Himalayas geboren. Schon als Kind zeigten sich bei ihm außergewöhnliche Fähigkeiten, und seine erste spirituelle Erfahrung hatte er mit sechs Jahren. Er wurde von vielen Weisen und Sadhus gesegnet, die auf dem Weg in die höheren Regionen des Himalaya an seinem Haus vorbeikamen. Sie erweckten in ihm den intensiven Wunsch, die gleichen spirituellen Höhen zu erreichen und führten schon früh zur Verwirklichung von Vairagya (frei von Anhaftung).

Mit neunzehn verließ er seine Familie und seine Heimat, um seinen Guru zu suchen. 1943 fand er seinen spirituellen Meister in Rishikesh, Swami Sivananda. Während der nächsten zwölf Jahre arbeitete Swami Satyananda als idealer Jünger mit innerer Freude vom Morgengrauen bis in die Nacht, vom Putzen bis zur Ashramleitung. Seinem Guru und der Welt zu dienen war seine Leidenschaft und seine Freude.

Die Jahre mit seinem Guru im Ashram von Rishikesh waren nach seinen eigenen Beschreibungen die intensivste Zeit seines Lebens. Hier lernte er alles, was ihm später nützlich wurde. Wie und was er lernte, war weniger eine Frage des Verstandes, sondern mehr die eines offenen Herzens. Das Licht und die Weisheit konnten sich von innen entfalten. Er erlangte ein tiefes Verständnis für die Geheimnisse des spirituellen Lebens und wurde eine Autorität für Hatha Yoga, Tantra und Kundalini Yoga.

Nach den zwölf traditionellen Lehrjahren mit seinem Guru wurde Swami Satyananda ein Parivrajaka (ein wandernder Bettelmönch); er zog durch Indien, Afghanistan, Burma, Nepal und Ceylon. Während dieser Zeit traf er viele große Heilige und Yogis. Er lebte einige Zeit mit den Menschen zusammen, um sich dann wieder in die Einsamkeit zurück zu ziehen, wo er das heute unter dem Begriff Satyananda Yoga bekannte System entwickelte, das die wichtigen menschlichen Bereiche Kopf, Herz und Hand in ein ausgewogenes Gleichgewicht führt. Mit diesem Yogaweg, der die vedischen und tantrischen Weisheiten dem in der heutigen Welt lebenden Menschen verständlich und praktizierbar macht, hat er dazu beigetragen, die vielschichtigen Leiden der Menschheit zu lindern.

1963 wurde sein Auftrag offenbar und er gründete die International Yoga Fellowship Movement und kurz danach die Bihar School of Yoga in Monghyr (Bihar). Es ist eine Stadt im Nordosten Indiens, die vom Ganges umzogen wird und von vielen historischen Ereignissen geprägt ist; u. a. spielt sie eine wichtige Rolle in den großen indi-schen Epen Mahabharata und Ramayana. Ganz in der Nähe befand sich in alten Zeiten der Ort Nalanda mit einer der weltweit größten Universitäten des Altertums. Obwohl Swami Satyananda wohl lieber als einsamer Sannyasin herumgewandert wäre, war ihm doch sein Auftrag, Menschen auf dem spirituellen Pfad zu führen, bewusst. Bald schon kamen die Aspiranten aus Indien und anderen Kontinenten, und Swami Satyanandas Lehren wurden schnell über die ganze Welt verbreitet. So wie er die Weisheit seines Gurus in sich trug und noch immer trägt, so ist er bereit, dasselbe universale Wissen an die Jünger weiter zu vermitteln, die ihren Geist klar und rein gemacht haben und bereit sind, zu empfangen.

1968 trat er eine ausgedehnte Weltreise an, um die historische Yogawissenschaft den Menschen aller Kasten, Glaubensrichtungen, Religionen und Nationalitäten verständlich zu machen. Seitdem ist Swami Satyananda in jedem Kontinent bekannt. Sannyasins und YogalehrerInnen wurden von ihm ausgebildet, viele Zentren, Schulen und Ashrams entstanden, und seine Bücher wurden in alle Sprachen übersetzt. Er legte den Samen für eine weltweite spirituelle Kultur, der heute bereits in der ersten Yoga Universität der Welt - der Bihar Yoga Bharati (BYB) - aufgeht.

Literaturempfehlung

Weiterführende Literatur zum Thema finden Sie unter: www.yoga-anandaverlag.de