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What a Life!
Swami Satyanandas Sankalpa
geschrieben am 12. 9. 1976, zur dreißigsten Wiederkehr
seiner Einweihung in Sannyasa
NEWSLETTER Nr. 4
Ich bin ein unsichtbares Kind von den tausend Antlitzen der Liebe, das über das bewegte Meer des Lebens schwebt, umgeben von den Wiesen der beflügelten Hirten, wo es im Frühling die Stille der göttlichen Liebe und Schönheit regnet und am Mittag die sanfte Sommerwärme erblühen lässt.
Oft komme ich zu dem Ort, wo Sonne und Mond noch eins sind, wo sich das ewige Licht wie ein funkelnder Spiegelteppich in die Herzen und Augen aller legt, selbst bei denen, die zu blind sind, zu sehen; wo Süße keinen Geschmack hat, weil sie die Essenz aller Wesen ist; und wo Tränen wie Blumen des Glücks regnen und zu Bächen voller Erfahrung werden, die in das offene Meer münden.
Oft zerschneidet das Leben mir Körper und Geist. Doch glaube nicht, dass Trauer in mein Wesen dringen oder meine Seele erreichen könnte, obwohl Blut fließt und Schreie zu hören sind. Kein Sturm könnte jemals den Weg von meinen Füßen, die Richtung aus meinem Herzen, das Licht aus meinen Augen oder den Sinn aus meinem Leben fegen.
So lange ich eine Richtung, einen Sinn, ein Ziel habe, nämlich zu dienen, zu lieben und zu geben, können die dunklen Kräfte mich nicht berühren. Die Stärke liegt in der Größe der verborgenen Eigenschaften, die in meiner Persönlichkeit, meinem Charakter ruhen, denn, obwohl ich nur ein Bote bin, so bin ich doch ich.
Lasse mich viele Herzen schmücken und tausend Gesichter mit den Farben der Inspiration und den sanften stillen Klängen der Achtung bemalen. Lass mich sein wie ein Kind, das barfuß durch einen Wald von lachenden und weinenden Menschen läuft und Wunderblumen verteilt, Wunder, die Gott umsonst ausgibt.
Habe ich Zeit zu fragen, wen ich lieben soll, wen ich um mehr fragen soll als das, was ich schon bekommen habe, oder was bedeuten die Zeichen, die vor meinen Fenstern auftauchen? Obwohl ich vor einem halben Jahrhundert das Lesen erlernte, fand ich es doch nur nützlich, um mit denen zu sprechen, die aus Büchern leben. Ich werde nicht vortäuschen zu verstehen und werde auch nicht versuchen zu begründen, nur um das rationale Denken zu befriedigen.
Gestern saß ich im Park und teilte eine Orange und einen Nachmittag mit göttlichen Wesen und mir selbst.
Und wer bin ich? Lasse dich nicht täuschen durch meine Worte, mein Verhalten, meinen Weg, meine Freundlichkeit oder das Bild eines bestimmten Mannes. Ich schlafe, esse, rede und spiele wie du und andere. Doch vergiss nicht, dass die Gabe der Inspiration, die Gabe der Vollkommenheit eine Schatzinsel von unschätzbarem Wert ist, die das, was wir Gott nennen, an das Ende des Regenbogens gelegt hat.
Ich glaube daran, dass ich die Kraft habe, Meere zurück zu halten, Berge zu versetzen und die Entschlossenheit, das Leben zu leben und zu lieben, weil ich ein Bild der Inspiration gefühlt und gesehen habe, das für meine blinden Augen sichtbar wurde.
Ja, gestern weinte ich, als ich Trauer im Herzen meiner Liebe fühlte, denn ich bin mehr als menschlich; und ich lachte aus vollem Herzen, als ich zwei Kamele im gelben Meer miteinander spielen sah. Ich bin nicht gefühllos, meine Sinne sind nicht abgestumpft. Aber niemals werde ich zulassen, dass ich vom Erleben dieser Bilder, dieser Gefühle, dieser Emotionen überschwemmt werde.
Denke nicht, dass sich nicht wie beim Kind mein Herz in Stein verwandeln kann, wenn der Pfeil des Gegenteils von dem was ich glaube, versucht, mich im tiefsten Inneren zu treffen. Ich habe ein Ziel, einen Grund, für den es sich lohnt zu leben, und der mich vorwärts treibt; ich habe einen Auftrag zu erfüllen.
Soll ich auf meine Knie fallen und auf jemanden warten, der mich mit Glück segnet und mir goldene Träume schenkt?
Nein, ich will mit weit geöffneten Armen in die Wüste des Lebens laufen, manchmal fallend, manchmal stolpernd; aber ich werde mich selbst wieder erheben, tausendmal wenn nötig. Manchmal glücklich. Oft wird mich das Leben zermalmen. Oft wird mich das Leben zärtlich streicheln. Viele Tage werden voller Schwierigkeiten sein. Und es wird so wunderschöne Momente geben, dass meine Seele in Ekstase weint. Ich werde ein Zeuge all dessen sein, aber niemals werde ich mich vom Leben, von mir selbst, abwenden. Niemals werde ich mich selbst oder die zeitlosen Lehren, die ich mir selbst beigebracht habe, aufgeben. Niemals werde ich zulassen, dass die Ehrfurcht vor der göttlichen Inspiration und dem Sein verloren geht. Mein perlender Regenbogen soll mich über die Horizonte tragen, immer bereit, zu dienen, zu lieben und als Sannyasin zu leben.
*Sankalpa ist eine einzige Entscheidung, die man in diesem Moment für sein Leben trifft. Es ist das wohl wichtigste Element von Yoga Nidra.
Literaturempfehlung
Weiterführende Literatur zum Thema finden Sie unter: www.yoga-anandaverlag.de

