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Satsang mit Swami Niranjanananda

Yoga Magazine, September 1989, Indien
Yoga Heft Nr. 34

Frage: Beim Lesen von Swamiji's `Teachings' fällt mir auf, dass viele Menschen gerne Sannyasa nehmen würden, aber verwirrt sind mit der Verbindung zwischen Sannyasa und Ehe, Eigentum, Geld, Macht usw. Was kannst du uns dazu sagen und was für einen Kodex haben Sannyasins, die außerhalb des Ashrams ihres Gurus leben?

Sie sind als Sannyasins geschult und es wird von ihnen erwartet, so zu leben. Das bedeutet, sie verzichten auf persönlichen Wohlstand und Vergnügen, um anderen zu helfen, indem sie ein System, eine Technik benutzen, wodurch Körper und Bewusstsein in Harmonie gebracht werden, so dass eine Atmosphäre geschaffen wird, die das Erwachen der Spiritualität im Individuum fördert.

Gleichzeitig wird von Sannyasins erwartet, dass sie freiwillig all ihren Besitz außer wenigen persönlichen Dingen, aufgeben. Jede Ansammlung von Geld, Bankkonten, Wertgegenständen oder Grundstücken sind integraler Bestandteil der Institution, um im Sinne und mit den Zielen des Ashrams benutzt zu werden.

Ein Sannyasin, der dieser Tradition angehört, lebt im Zölibat, ist also nicht verheiratet und lebt in keiner Partnerschaft. Wenn sie heiraten, nachdem sie in Sannyasa eingeweiht wurden, sind sie traditionellerweise nicht länger als Sannyasins zu betrachten.

Familien (Ehepartner und Kinder), die gerne Sannyasa nehmen möchten, können dies tun und als Karma Sannyasins leben, in das sie der Guru einweihen kann.

Was das persönliche Leben und den Besitz betrifft, möchte ich folgendermaßen zusammenfassen: Von unseren Sannyasins, besonders solchen, die unter voller moralischer und spiritueller Obhut unseres Gurus und seines Nachfolgers stehen, wird erwartet, dass sie, wenn sie für eine Institution verantwortlich sind, ihr Leben so führen, wie oben beschrieben und so arbeiten, dass sie dem Ruf unserer alten Tradition oder darüber hinaus der Yogalehre nicht schaden.

In diesem Fall wird von den Sannyasins erwartet, dass Organisation und Geldangelegenheiten in jeder Hinsicht mit unserer Vorstellung übereinstimmen, dass sie ihren gesunden Menschenverstand benutzen und die Gesetze des Landes respektieren.

Wenn Zweifel oder Schwierigkeiten, oder Unsicherheit über Verhaltensweisen in bestimmten Situationen auftauchen, (sei es eine intime persönliche Sache, körperlich oder medizinisch, moralisch oder ethisch, politisch oder spirituell, finanziell oder organisatorisch), dann sollte sich der Sannyasin sofort mit dem Guru oder seinem Nachfolger oder seiner Vertretung in Verbindung setzen und sich, wenn nötig, für eine gewisse Zeitspanne im indischen Ashram aufhalten, bis Zweifel oder Schwierigkeiten behoben sind.

Um Fehler in der Organisation und der Lehre zu vermeiden und mit den Regeln des Mutterashrams stets im Einklang zu leben, wird von den Swamis, die außerhalb von Indien leben, erwartet, mindestens alle zwei Jahre einen Monat im Ashram in Munger zu verbringen. Ohne den regelmäßigen Kontakt wird es für Sannyasins sehr schwer sein, die Verbindung mit dem Guru, seinem Nachfolger und dem Ashram aufrecht zu erhalten. Diese Verbindung ist lebensnotwendig, nicht nur für die Übermittlung von Lehre und Energie, sondern auch für ein erfolgreiches Sadhana und das Sannyasa Leben.

Literaturempfehlung

Weiterführende Literatur zum Thema finden Sie unter: www.yoga-anandaverlag.de