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Einführung in Yoga Asanas Shashankasana, die Mondhaltung
(aus YOGA 2)
Von Swami Prakashananda
Yoga bedeutet Vereinigung, Verschmelzung, Einheit. Wir sind oft unfähig, diese Einheit, die Unendlichkeit des Höchsten, des Göttlichen zu erfahren; wir bewegen uns als Individuum, wir haben uns aus der Einheit getrennt und schaffen uns mit unseren Gedanken, Gefühlen, Ideen und Glauben unsere eigenen Grenzen. Diese Grenzen existieren nur in unserem Geist - in der Realität sind wir alle Teil des gleichen unsterblichen ewigen Seins. Die Energie - Prana - die uns alle am Leben erhält und die wir hauptsächlich mit unserem Atem durch die Nase in uns aufnehmen, kommt aus einer einzigen Quelle und ist für jedes Lebewesen die gleiche. Die Begrenzung, die wir uns selber schaffen, erzeugt Spannung - Leid - Krankheit. Durch Yoga Asanas können wir diese Spannungen erkennen und durch regelmäßiges Üben auflösen.
Die Voraussetzung für jedes Asana: Langsame Bewegung, geschlossene Augen, vollkommene Wahrnehmung der beanspruchten Körperregion und seines korrespondierenden Zentrums und Koordinierung mit der yogischen Atmung. Nur wenn wir auf diese Weise ein Asana üben, kann sich der Körper und gleichzeitig das Gehirn mit unseren Gedanken, Gefühlen und Sinnen vollkommen entspannen.
Shashankasana, die Mondpose
Setze dich in Vajrasana, den Diamantensitz. Knie dich dazu auf den Boden, die großen Zehen berühren sich, die Knie sind zusammen, die Fersen auseinander. Setze dich mit dem Po auf die Innenseite der Füße, die Fersen sind an den Seiten der Hüften. Die Hände liegen auf den Knien, mit den Handflächen nach unten. So kannst du einige Minuten verharren. Nun hebe mit dem Einatmen die Arme über den Kopf. Mit dem Ausatmen beuge den Rumpf nach vorn, Arme und Rumpf sind in einer Linie. Am Ende der Bewegung liegen die Hände, die Unterarme und die Stirn auf dem Boden vor dem Körper. Atme ruhig weiter und bleibe so lange liegen, wie es angenehm für dich ist. Mit dem Einatmen hebe Rumpf und Arme hoch und führe die Arme mit dem Ausatmen im weiten Bogen nach vorn; lege die Hände auf die Oberschenkel.
Die kühlenden Kräfte des Mondes reduzieren die Hitze der Gefühle, die in Form von Ärger, Zorn, Hass und Eifersucht hochkommen. Wenn du so ein Gefühl in dir wahrnimmst, lege dich in Shashankasana. Es ist ein sehr wirkungsvolles Asana für Menschen, die an Asthma leiden, denn die Nebennieren und damit die Adrenalindrüsen werden ausgeglichen und ein ruhiges Atmen wird gefördert. Die Übung hat eine lindernde Wirkung bei allen Bronchialproblemen und Herzleiden. Sie ist besonders empfehlenswert für Kinder unter 16 Jahren und für ältere Menschen, denn sie ist leicht auszuführen und reinigt die Lungen. Sie hilft bei Verstopfung und Ischias und regt die Beckenmuskulatur an. Sie ist gut für Frauen mit unterentwickeltem Becken und bei allgemeinen Unregelmäßigkeiten der Periode.

